«

Die Arbeit entstand für eine Ausstellung in einer alten Fabrik in Oslo, die Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde und bis Mai 2006 als Ateliergebäude der dortigen Kunstakademie genutzt wurde. Bis zur Schließung herrschten fast ideale Bedingungen für die dort arbeitenden Studenten: die grossräumigen Ateliers durften rund um die Uhr benutzt werden, es existierte eine gut ausgestattete Küche - Dusche und Waschmaschine standen ebenfalls zur Verfügung. Allerdings war das Wohnen in diesen Räumen strikt untersagt, was einige Studenten jedoch nicht abhielt dies trotzdem zu tun.
In einem sehr großen Atelierraum existierte eine Holzwand, die im Abstand von ungefähr 80 cm vor die wirkliche Wand gebaut wurde. Ich entdeckte den ungenutzten Raum dahinter und installierte eine vom Atelier aus nicht sichtbare Schlafkoje, die man durch eine ebenfalls von mir eingesetzte kleine Tür in der Seitenwand erreichen konnte. Innen kletterte man über eine Leiter nach oben und gelangte so in den geheimen Raum, der allerdings sehr winzig war und eher einem Caravan glich. Es befanden sich ein Bett, mehrere Regale und Ablageflächen, Steckdosen, Lampen sowie ein ausklappbarer Tisch darin. Der Abstand bis zur Decke des Raumes betrug ungefähr 1,50 Meter, was bedeutete, dass man sich darin nur gebückt bewegen konnte. Da aber die hölzerne Stellwand nicht bis zur Decke reichte, hatte man einen wunderbaren Überblick über das Atelier.
Titel: Utveksling Studenter (Der Austausch-Student)
Jahr: 2006, Maße: ungefähr 500 x 500 x 80 cm
verschiedene Materialien.